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  • Was geschah vor 40 Jahren: 1985

    Was geschah vor 40 Jahren: 1985

    Mit der Broschüre 2019/20 haben wir begonnen, einen Blick auf die Entwicklung der Theatergruppe Salzgitter-Bad e. V. zu werfen. Anlass war das 40-jährige Bestehen der Theatergruppe, die am 7. November 1977 gegründet wurde. Somit blicken wir nun auf das Jahr 1985.

    Grenzstation Jenseits — Fahrkartenkontrolle

    Bereits im März präsentierte die Theaterjugend ihr neues Stück „Grenzstation Jenseits — Fahrkartenkontrolle“, das wieder Sören Pahl und Jens Würfel geschrieben hatten. Die beiden waren unermüdlich und schrieben ein Stück nach dem anderen. Außerdem führten sie noch Regie und übernahmen Hauptrollen, nicht nur in ihren eigenen Stücken. Fast hätte ich es vergessen: Zum Gymnasium gingen sie auch noch. Wie sie das geschafft haben, bleibt ein Rätsel.

    Die Handlung: Ein Leben nach dem Tode? Auf alle Fälle glaubt Professor Schinkengriller daran, und er erfindet schließlich ein Mittel, das einen Menschen ins Jenseits treten lassen soll — mit Rückfahrkarte natürlich. Durch einen Trick flößt er es seinem dämlichen Assistenten Karl-Heinz ein, der auch prompt vom Sensenmann geholt wird, jedoch nicht wie erwartet zur ersehnten Himmelspforte, sondern geradewegs in die Hölle befördert wird. Bei einem zweiten Versuch — diesmal ist Schinkengrillers Putzmann Alfred das Opfer — scheint es zu klappen; aber es scheint nur so. Es bricht ein Chaos aus, als nebst Alfreds cholerischer Frau und dem deutschen Geheimdienst auch Himmel und Hölle von der Sache Wind bekommen.

    Nebenbei wurden noch mehrmals die Stücke „Die neuen Leiden des jungen W.“ und „Der keusche Lebemann“ aufgeführt, die bereits 1984 ihre Premiere hatten. Auch in diesen Stücken wirkten Schüler mit, die in „Grenzstation Jenseits“ mitgespielt hatten.

    Stokkerlok, NDR 2 und die Klesmer

    Die Märchenbühne spielte im Mai und Juni wieder „Stokkerlok und Millipilli“, das auch im Rahmen der 16. Braunschweiger Schultheaterwoche im Kleinen Haus des Staatstheaters erfolgreich präsentiert wurde. Das Stück machte allen Mitwirkenden so viel Spaß, dass es danach ein Stück für die Reihe der jährlichen Weihnachtsmärchen wurde.

    Im September war die Theatergruppe Salzgitter-Bad beim NDR 2 zu Gast. In der Sendung „Plattenkiste — Hörer machen ein Musikprogramm“ mit Wilhelm Wieben stellten Gernot Bischoff, Angelika Strauß-Bollmann und Jens Würfel den Verein vor. In den Gesprächspausen liefen Schlager und Lieder, die sich die Mitglieder ausgesucht hatten. Leider ging die Zeit zu schnell vorbei, und so blieb vieles Erwähnenswerte ungesagt — ein aufregendes Erlebnis war es für alle trotzdem.

    Beim Altstadtfest nahm die Theatergruppe zum ersten Mal am Umzug teil. Außerdem wurde an zwei Tagen das Kabarett-Programm „Die Klesmer“ präsentiert. Damit nicht genug: Am 7. September lief das Programm in Lübeck anlässlich der Sonderzugfahrt „Ein Stadtteil auf Reisen“ und noch einmal in Braunschweig auf dem Kohlmarkt im Rahmen der Kleinkunstwoche.

    König Drosselbart und Nora

    Als Weihnachtsmärchen wurde „König Drosselbart“ präsentiert, das wieder Gernot Bischoff für die Bühne bearbeitet hatte. Die Aufführung begeisterte die Kinder derart, dass zwei Schulklassen sogar Dankschreiben an die Theatergruppe schickten — unter anderem mit der Bitte, das Stück doch noch einmal in Fredenberg zu spielen. Dieser Bitte wurde im März 1986 entsprochen.

    Die Erwachsenenbühne brachte im Dezember „Nora“ von Henrik Ibsen in der Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad zur Aufführung. Das 1879 erschienene Werk heißt im norwegischen Original „Et dukkehjem“, wörtlich: Ein Puppenheim. Der Titel beschreibt die Starre und Eingeschlossenheit, aus der die Protagonistin Nora am Ende ausbricht. Sowohl ihr Vater als auch ihr Mann behandeln sie, den zeitgenössischen gesellschaftlichen Konventionen entsprechend, als einen Besitz, der ihnen zwar kostbar ist, dem sie aber kein Eigenleben zubilligen.

    Zu diesen Aktivitäten kamen natürlich noch Seminare, Freizeiten und Probenwochenenden. Die Theaterleidenschaft der Akteure blieb ungebrochen. (Hans-Jürgen Andreseck)

  • Märchenbühne: Das kleine Irgendwie Anders

    Märchenbühne: Das kleine Irgendwie Anders

    Die Inszenierung des bekannten Kinderbuches „Das kleine Irgendwie Anders“ führte die Märchenbühne bei herrlichem Wetter auf der Freilichtbühne der Waldgaststätte „Hasenspring“ auf — am 30. April 2025 und Anfang Mai noch einmal für die Schülerinnen und Schüler der Altstadtschule, der Wiesenschule und der Ziesbergschule.

    Die kleinen und auch die großen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten gebannt die Geschichte vom kleinen Irgendwie Anders, das es schwer hat. Denn es lernt zwar viele interessante andere Menschen kennen, geht freundlich auf sie zu und will mit ihnen spielen, bekommt aber immer nur schroffe Ablehnung zu spüren: „Nein, mit dir spielen wir nicht! Du bist irgendwie anders!“ Warum es anders sein soll, kann das kleine Irgendwie Anders allerdings nicht erkennen. Und so bleibt es mit seiner Enttäuschung und Verwunderung allein — bis es das kleine Irgendwie Etwas kennenlernt.

    Sowohl am Hasenspring als auch bei der Sondervorstellung in der Aula gab es ganz viel Applaus für das engagierte Spiel der Schauspielerinnen und Schauspieler der Märchenbühne.

  • Rückblick: Boßeln 2024

    Rückblick: Boßeln 2024

    Am 16. November 2024 traf sich die Theatergruppe Salzgitter-Bad zu einem ganz besonderen Nachmittag abseits der Bühne: Boßeln stand auf dem Programm. In zwei bunt gemischten Mannschaften mit jeweils acht Spielerinnen und Spielern ging es mit Kugeln, Kinderkarre und guter Laune durch die herbstliche Landschaft rund um Salzgitter-Bad.

    Nach insgesamt 151 Würfen stand das Ergebnis fest — und es war eindeutig: Mit einem klaren 82:69 setzte sich ein gut gelauntes Team durch. Welches, ist egal, denn Sieger waren an diesem Tag eigentlich alle. Der Spaß und das Miteinander standen deutlich im Vordergrund.

    Zum Abschluss kehrten alle gemeinsam in Pedro’s Pizzeria ein, wo der Tag bei Pizza, Pasta und netten Gesprächen einen gemütlichen Ausklang fand. Fazit: eine rundum gelungene Aktion mit viel Bewegung, guter Stimmung und echtem Teamgeist. Wiederholungsbedarf? Auf jeden Fall.

  • Weihnachtsmärchen: Rumpelstilzchen

    Weihnachtsmärchen: Rumpelstilzchen

    Auch in diesem Jahr hat die Märchenbühne des Gymnasiums Salzgitter-Bad wieder mit viel Engagement ein Weihnachtsmärchen einstudiert, das nicht nur den Kindern in und um Salzgitter gezeigt werden soll.

    Das Grimm’sche Märchen „Rumpelstilzchen“ wurde von G. Bischoff speziell für Schul-Theatergruppen bearbeitet und ermöglicht so vielen theaterbegeisterten Schülerinnen und Schülern ein Mitwirken auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

    Mit schönen Kostümen und einem pfiffigen Bühnenbild sollen die jungen Gäste in die Märchenwelt entführt werden. Sie sollen Anteil nehmen am Geschick der armen Müllerstochter Goldi, die mit Rumpelstilzchens Hilfe Stroh zu Gold spinnt und damit ihren Vater aus der Gefangenschaft rettet, ihren geliebten Siegbert heiraten und Königin werden kann. Allerdings muss sie dafür Rumpelstilzchen ihr erstes Kind geben — wenn sie nicht seinen Namen errät. Zum Glück bekommt Goldi Hilfe von ihrer Freundin Flora, dem Jägerhans und den Mäusen Cilly, Pinky und Zwinky. Die haben keine Angst vor Rumpelstilzchen und seiner Katze Catrice, denn sie können sich auf die Unterstützung durch die Kinder im Publikum immer verlassen …

    Öffentliche Aufführungen

    • 1. Advent, 1. Dezember 2024, 15:00 Uhr — Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad
    • Dienstag, 17. Dezember 2024, 16:00 Uhr — Kulturscheune Salzgitter-Lebenstedt

    Eintritt: Erwachsene 8 €, Kinder 6 €. Kartenvorbestellung über das Gymnasium Salzgitter-Bad, Telefon 05341 8397620.

  • Krimibühne: Der Schatten der Schuld

    Krimibühne: Der Schatten der Schuld

    Im Mittelpunkt des spannenden Krimidramas „Der Schatten der Schuld“ steht die Frage: Wie reagiert das Umfeld eines Verurteilten, wenn sich nach seinem Tod seine Unschuld herausstellt?

    Als Dr. Richard Poole der Familie Widmark beweist, dass ihr Sohn Ken seine Mutter nicht ermordet haben kann, erwartet er Dankbarkeit und Erleichterung. Doch stattdessen schlägt ihm Ablehnung und Wut entgegen. Er scheint in ein Wespennest gestochen zu haben. Witwer John Widmark, seine Kinder Joy, Rose, Lucy und Nicolas sind aufgeschreckt durch die erneute Frage nach dem Täter. Jemand aus dem Haus muss die schreckliche Tat begangen haben. Warum ist Sekretärin Eleanor Green plötzlich so nervös? Die deutsche Haushälterin Helga Hoffmann schürt mit kryptischen Äußerungen Angst. Und was weiß Kens Witwe Cindy?

    Gegenseitiges Misstrauen breitet sich im Hause „Holidays“ aus. Hochzeitspläne drohen zu platzen, scheinbar belanglose Wahrnehmungen vom Mordabend werden in der Erinnerung zu Verdachtsmomenten. Schwiegersohn Geoffrey Banks bringt durch seine privaten Ermittlungen innerhalb der Familie nicht nur sich selbst in Lebensgefahr.

    Mit Unterstützung der Anwältin beziehungsweise des Anwalts Benson versucht Dr. Poole hartnäckig, den Fall zu klären, um der Familie ihren Frieden wiederzugeben. Wird es der Inspektorin Black gelingen, die früheren Ermittlungsfehler wiedergutzumachen und den wahren Täter zu entlarven?

    Autorinnen des Theaterstücks sind Beate Andreseck und Friederike Goosmann.

    Mitwirkende

    Dr. Richard PooleBernward Ritter
    Inspektorin BlackSina Winkler
    Rosemary WidmarkLena Johns
    Joy Banks geb. WidmarkAnneliese Schimmeyer
    Geoffrey BanksPeter Koths
    Nicolas WidmarkMatthias Roßa
    Lucy WidmarkAnja Hohnschopp
    John WidmarkHans-Jürgen Andreseck
    Eleanor GreenIna Möller
    Helga HoffmannBeate Andreseck
    Anwältin / Anwalt BensonSusanne Kowol / Felix Funke
    Cindy JonesHannah Johns

    Technik: Lukas Reske und Tizian Roth · Regie: Friederike Goosmann · Organisation: Beate Andreseck

    Termine und Spielorte

    • Freitag, 28. Februar 2025, 19:30 Uhr — Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad (Premiere)
    • Samstag, 1. März 2025, 19:30 Uhr — Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad
    • Sonntag, 2. März 2025, 17:00 Uhr — Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad
    • Freitag, 7. März 2025, 19:30 Uhr — Pferdestall der Wasserburg, Gebhardshagen
    • Samstag, 8. März 2025, 19:30 Uhr — Pferdestall der Wasserburg, Gebhardshagen
    • Freitag, 14. März 2025, 19:30 Uhr — Emil-Langen-Realschule, Lebenstedt
    • Samstag, 15. März 2025, 19:30 Uhr — Dorfgemeinschaftshaus Schladen
  • Sketch-ab’s beim Altstadtfest 2024: Es Cannabis(erl) lustig werden

    Sketch-ab’s beim Altstadtfest 2024: Es Cannabis(erl) lustig werden

    Das Altstadtfest und die Sketch-ab’s – das scheint ein „Match“ zu sein, wie man heute sagt. Die Comedy-Abteilung der Theatergruppe freut sich, auch in diesem Jahr die kulturelle Eröffnung des Altstadtfestes übernehmen zu dürfen und die Badenser auf ein paar fröhliche Tage einzustimmen.

    Am Donnerstag, dem 13. Juni um 19.00 Uhr und am Sonntag, dem 16. Juni um 16.00 Uhr wird die diesjährige Comedy-Show im großen Saal des Ratskellers aufgeführt. Für diese Tage gilt: Wer braucht Lach-Yoga? – Hier kommen die Sketch-ab’s!

    Der Titel „Es Cannabis(erl) lustig werden“ verspricht fröhliche Unterhaltung. Lassen Sie sich überraschen!

    Bericht: Beate Andreseck

  • Was geschah vor 40 Jahren: 1984

    Was geschah vor 40 Jahren: 1984

    Mit der Broschüre 2019/20 begann der Rückblick auf die Entwicklung der Theatergruppe Salzgitter-Bad e. V., die am 7. November 1977 gegründet wurde. Diesmal geht der Blick zurück in das Jahr 1984.

    „Heile heile Segen“ — Theater gegen die Angst vor dem Krankenhaus

    Los ging es im Januar mit einem Stück von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche. „Heile heile Segen“ sollte dafür sorgen, dass Ängste und vor allem Vorurteile gegenüber dem Krankenhaus abgebaut werden. Das Stück stammt aus der Werkstatt des Berliner Grips-Theaters, von dem die Theatergruppe schon einige Stücke gespielt hatte. Drei aus dem Krankenhaus entliehene Betten bildeten die Kulisse, und drei Kinder verbrachten dort ihre Zeit: Susi (Ulrike Mendrock), die wegen einer Mandeloperation ins Krankenhaus muss, ihre Zimmerkameradin Katrin (Uta Achilles), die ihre Blinddarmoperation schon hinter sich hat und Susis Angst mit abgeklärter Gelassenheit betrachtet, und der „Schocker“ (Stefan Pahl) als immer gut aufgelegter junger Patient. Das Stück wurde ein riesiger Erfolg und das ganze Jahr hindurch vor Schulen in und um Salzgitter aufgeführt — das Problem waren die vielen Einladungen, denn es war schwierig, immer alle Mitspieler zusammenzubekommen.

    „Die Leiden des jungen W.“

    Im Februar folgte der nächste Knaller: Ulrich Plenzdorfs „Die Leiden des jungen W.“ wurde ein Riesenerfolg. Edgar Wibeau führt darin das Leben eines Aussteigers, bis er durch Zufall das Reclam-Heftchen „Die Leiden des jungen Werthers“ in die Hand bekommt; er lernt eine Kinderschwester kennen, die für ihn zur Charlotte wird, schließlich aber ihren Freund heiratet. Sören Pahl hat als Edgar Wibeau vielleicht seine beste Rolle gespielt und wurde von der Presse ebenso gelobt wie das ganze Ensemble, die exzellente Technik, das Bühnenbild und die behutsame Regie von Gernot Bischoff. Die Wolfenbütteler Zeitung schrieb über die Aufführung im Lessingtheater: „Respekt (und mehr) für diese junge Bühne ist angebracht.“ Ebenfalls noch im Februar wurde dort das Stück der Jugendbühne „Vampire sind auch nur Menschen“ gezeigt, das seine Premiere bereits im September 1983 in Salzgitter-Bad gehabt hatte.

    Kabarett, Schultheaterwoche und Gäste aus Imatra

    Auch das Kabarett darf nicht vergessen werden: Sören Pahl und Jens Würfel schrieben den Text für Auftritte beim Altstadtfest in Salzgitter-Bad, anlässlich der Kleinkunstwoche auf dem Braunschweiger Kohlmarkt und sogar für eine Aufführung im Rathaus in Lebenstedt. Im Rahmen der Schultheaterwoche in Braunschweig brachte die Theatergruppe am 25. Juni gleich zwei Aufführungen auf die Bühne: zuerst das Märchen „Der gestiefelte Kater“ — zugleich das 300. Stück, das im Rahmen der Schultheaterwoche präsentiert wurde — und anschließend „Heile heile Segen“. Die Theaterjugend zeigte im Kleinen Haus des Staatstheaters ihr Erfolgsstück „Vampire sind auch nur Menschen“. Vom 26. Juni bis 4. Juli kam dann die Theatergruppe aus Imatra in Finnland zu Besuch und wurde unter anderem von der Theatergruppe Salzgitter-Bad betreut.

    Herbst und Winter: „Der keusche Lebemann“ und „Stokkerlok und Millipilli“

    Am 19. Oktober gab es endlich wieder eine Premiere: „Der keusche Lebemann“, angesiedelt um 1925 in einer Kleinstadt. Der wohlhabende Fabrikant Julius Seybold möchte, dass seine 19-jährige Tochter Gerty seinen Kompagnon Stieglitz heiratet — doch Gerty findet nach einem Jahr in Berlin nur noch erfahrene Lebemänner interessant. Also dichtet Seybold dem langweiligen Stieglitz eine absurde Liebesbeziehung mit einer Filmdiva an, und eine irrwitzige Geschichte nimmt ihren Lauf. Die Wolfenbütteler Zeitung urteilte: „Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl, dass auf der Bühne Amateure standen, der Schwank war eine runde Sache.“ Am 9. Dezember hatte schließlich „Stokkerlok und Millipilli“ Premiere, das bis heute zum festen Repertoire der Märchenbühne gehört.

    Es ist schon erstaunlich, wie viele Stücke und vor allem wie viele Aufführungen die Theatergruppe in diesem einen Jahr absolviert hat — Seminare, Freizeiten und Probenwochenenden noch gar nicht mitgerechnet. Man kann nur den Hut ziehen vor so viel Begeisterung für das Theater. (Hans-Jürgen Andreseck)

  • Krimibühne: Hokuspokus

    Krimibühne: Hokuspokus

    Ein besonderer Leckerbissen erwartete die Zuschauer in der Spielzeit 2024: Das Ensemble der Theatergruppe präsentierte die Komödie „Hokuspokus“ nach Curt Goetz.

    In diesem rasanten Theaterstück mit etlichen unerwarteten Wendungen und viel Wortwitz geht es um das mysteriöse Verschwinden des erfolglosen Kunstmalers Hilmar Kjerulf und seine unter Mordverdacht geratene Ehefrau.

    Die Beschuldigte Agda Kjerulf (Joulia Meckoni), ihr Verteidiger Peer Bille (Bernward Ritter) sowie die Zeugen Sedal (Sina Winkler), Eunano (Berthold Golla), Kiebutz (Anja Hohnschopp) und Engstrand (Beate Andreseck / Hannah Johns) tragen mehr zur Verwirrung des Hohen Gerichtes bei als zur Aufklärung des Falles — Gerichtspräsident Arden (Peter Koths), Beisitzerin Sander (Susanne Kowol) und Staatsanwältin Wulkens (Anne Schimmeyer). Auch für Butler John (Hans-Jürgen Andreseck / Felix Funke) und Ardens Freund Graham (Matthias Roßa) bleibt es spannend bis zum überraschenden Schluss.

    Souffleuse: Lena Johns
    Bühnenbau: Bernward Ritter, Hans-Jürgen Andreseck, Lena Johns, Friederike Goosmann
    Technik: Lukas Reske, Arne Specht, Maxi Voß, Tizian Roth
    Regie: Friederike Goosmann · Organisation: Beate Andreseck

    Termine und Spielorte

    • Freitag, 1. März 2024, 19:30 Uhr — Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad (Premiere)
    • Samstag, 2. März 2024, 19:30 Uhr — Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad
    • Sonntag, 3. März 2024, 17:00 Uhr — Kniestedter Kirche, Salzgitter-Bad
    • Freitag, 8. März 2024, 19:30 Uhr — Pferdestall der Wasserburg, Gebhardshagen
    • Samstag, 9. März 2024, 19:30 Uhr — Pferdestall der Wasserburg, Gebhardshagen
    • Freitag, 22. März 2024, 19:30 Uhr — Aula der Emil-Langen-Realschule, Lebenstedt
    • Samstag, 23. März 2024, 19:30 Uhr — Dorfgemeinschaftshaus Schladen
  • Weihnachtsmärchen: Der Froschkönig

    Weihnachtsmärchen: Der Froschkönig

    Auch in diesem Jahr hat die Märchenbühne des Gymnasiums Salzgitter-Bad wieder mit viel Engagement ein Weihnachtsmärchen einstudiert, das nicht nur den Kindern in und um Salzgitter gezeigt werden soll.

    Das bekannte Märchen wurde extra für Schülertheater bearbeitet: Zahlreiche Figuren, schöne Kostüme und ein pfiffiges Bühnenbild wollen die jungen Gäste in die Märchenwelt entführen. Sie sollen Anteil nehmen am Geschick des armen Prinzen Eberhard, der in einen Frosch verwandelt wurde und nun als Froschkönig eine schöne Prinzessin für seine Erlösung sucht.

    Zunächst scheint Iris, die den Frosch sehr lieblos behandelt, nicht die Richtige zu sein. Aber zum Glück bekommt der Froschkönig Hilfe von Prinz Ringo und dem Igel Schnüffelchen. Denn als sie an den Hof kommen, geht da so allerlei durcheinander: Da ist der komische Hofmarschall Redeschnell, der nie weiß, was eigentlich los ist. Hofdame Thusnelda wird von den Freundinnen der Prinzessin ständig geärgert und muss sich dauernd pudern. Küchenmeister HotDog isst zwar immer, aber der König hat an diesem Morgen sein Frühstück noch nicht bekommen.

    Wie gut, dass manche Frösche sich trotzdem in hübsche Prinzen verwandeln können …

    Öffentliche Aufführungen

    • 1. Advent, 3. Dezember 2023, 15:00 Uhr — Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad
    • Dienstag, 19. Dezember 2023, 16:00 Uhr — Kulturscheune Salzgitter-Lebenstedt

    Eintritt: Erwachsene 8 €, Kinder 6 €.

  • Was geschah vor 40 Jahren: 1980 bis 1983

    Was geschah vor 40 Jahren: 1980 bis 1983

    Weil zwei Jahrgangshefte coronabedingt ausfallen mussten, hier der Versuch, vier Jahre der Vereinsgeschichte auf einmal zu präsentieren.

    1980 und 1981

    1980 ging es los mit Georg Büchners „Leonce und Lena“ — nur oberflächlich betrachtet ein Lustspiel, zugleich ein genialer Vorgriff auf das sozialkritische, psychologische und expressionistische Theater des 20. Jahrhunderts. Die Presse bewunderte, dass Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II die Hauptlast der Verantwortung trugen: „Der Abend hatte es wohltuend in sich.“ Im Oktober folgte „Quer durch den Garten“, der zweite Teil einer Trilogie von Alan Ayckbourn, dessen erster Teil „Tischmanieren“ schon 1979 gezeigt worden war; die Presse titelte „Erwartungen voll erfüllt“. Die Orientierungsstufe der Wiesenschule, damals fester Bestandteil der Theatergruppe, führte unter der Regie von Gernot Bischoff „Kätzchen zur Pflege“ auf. Und schon damals gab es Probleme, die man heute noch kennt: Die Märchenbühne konnte den „Froschkönig“ nicht aufführen, weil die Decke in der Aula des Gymnasiums herunterzustürzen drohte — erst im Februar 1981 konnte das Märchen präsentiert werden.

    1981 begann mit einem Filmnachmittag, bei dem unter anderem ein Film über den Schulbrand des Vorjahres gezeigt wurde, und mit Karneval. Bei der Schultheaterwoche in der Raabeschule in Braunschweig stellte sich die Theatergruppe mit drei selbst geschriebenen Stücken aus der Orientierungsstufe der Wiesenschule vor: „Kätzchen zur Pflege“, „Wer warf den ersten Stein“ und „Das Zwillingsspiel“. Im Herbst präsentierte die Erwachsenenbühne ihren ersten Krimi: Agatha Christies Stück, das heute „Und dann gab’s keines mehr …“ heißt. Die Zeitung schrieb von einem Beifall, „der fast schon an Ovationen grenzte“; insgesamt sechs Mal wurde es in Salzgitter-Bad, im Lessingtheater Wolfenbüttel und im großen Saal des Gästehauses gespielt. Den Abschluss bildete die Märchenbühne mit „Rumpelstilzchen“.

    1982: ein hyperaktives Jahr

    Die Theatergruppe präsentierte das von Gernot Bischoff und anderen geschriebene Stück „Schwarzrotgold“: Knapp 40 Jahre deutsche Nachkriegsgeschichte prasseln darin nahezu ohne Worte, dafür mit Geräuschen und Gesten, in 60 Minuten auf die Zuschauer nieder — Defiliermarsch, das Heulen der Sirenen, flackerndes Licht, Angstschreie. Bei der 13. Schultheaterwoche in Braunschweig war die Gruppe gleich mit zwei Stücken vertreten, neben „Schwarzrotgold“ auch mit „Flitzi – oder Mädchen können das auch“ über eine geschiedene Mutter, deren Freund von den Kindern zunächst nicht akzeptiert wird. Erstmals war die Theatergruppe beim Altstadtfest vertreten und brachte „Kätzchen zur Pflege“ zweimal zur Aufführung. Vom 1. bis 11. August fuhr das Team von „Schwarzrotgold“ in die finnische Partnerstadt Imatra, wo neben diesem Stück auch das kurzfristig einstudierte „Lasst es euch gesagt sein“ frei nach Peter Handke gezeigt wurde. Ende August folgte eine besondere Ehre: die Einladung zum Niedersachsentag in Aurich. Im September erblickte die neu geschaffene Theaterjugend das Licht der Welt — Jens Würfel schrieb nach Motiven von „Die drei Fragezeichen“ das Stück „Schloss des blauen Phantoms“. Das Jahr endete wie gewohnt mit einem Märchen, diesmal „Dornröschen“.

    1983: Kabarett, Imatra und die „Butze“

    1983 startete schon im Januar mit der Premiere von „Halb auf dem Baum“. Peter Ustinovs Komödie war ein voller Erfolg — die Presse lobte die Ausstattung des Bühnenraumes von Bernhard Axmann und Gernot Bischoffs Regie und schrieb von „Beifall, wie man ihn selten zu hören bekommt“; vier Aufführungen gab es, darunter wieder im Lessingtheater Wolfenbüttel. Im März folgte die Theaterjugend mit „10 Margeriten und eine Rosenhecke“ von Sören Pahl und Jens Würfel, das so erfolgreich war, dass es noch einmal in Salzgitter-Bad und im Lessingtheater gezeigt wurde und Salzgitter bei der Schultheaterwoche im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig vertrat. Dort präsentierte auch die Klasse 8 f 1 „Das Bettelweib von Locarno“ frei nach Heinrich von Kleist. In diesem Jahr versuchte man sich zum ersten Mal am Kabarett: Das Programm „Der Vorsalzesel“ war eigentlich nur für das Altstadtfest konzipiert, wurde nach dem großen Erfolg aber noch einmal in der Aula des Gymnasiums gezeigt und von der Stadt Salzgitter im Rahmen der Aktion „Theater überall“ gebucht — obwohl mit Kritik an der Stadtverwaltung nicht gespart wurde.

    Im Juni fand der Gegenbesuch der Theatergruppe „ii Teatteri“ aus Imatra statt, mit zwei bunten Abenden, einer Busfahrt in den Harz und dem Stück „Leo und Liina“ in finnischer Sprache. Im September war schon wieder die Theaterjugend am Start, mit „Vampire waren auch nur Menschen“ von Sören Pahl und Jens Würfel. Mit dem Märchen „Der gestiefelte Kater“ ging das Theaterjahr zu Ende. Wesentlich war 1983 aber noch etwas anderes: Durch die vielen Gruppen innerhalb der Theatergruppe machten sich die fehlenden Probenräume bemerkbar. Im Südwall in Salzgitter-Bad wurde eine Ausweichmöglichkeit gefunden, und viele fleißige Hände — auch von Nichtmitgliedern — sorgten dafür, dass Silvester 1983 das neue Vereinsheim eingeweiht werden konnte: die „Butze“, bis 2012 Heimstätte der Theatergruppe. Am 31. Dezember 1983 zählte der Verein 111 Mitglieder, eine stolze Zahl, die vor allem auf den Eintritt von Jugendlichen zurückzuführen war.