Kategorie: Vereinsleben

Was neben den Aufführungen passiert: Jubiläen, Ehrungen, Boßeln, Sommerfest und Nachrichten aus dem Verein.

  • Jubilare 2026: Ehrungen für langjährige Mitglieder

    Auch 2026 gibt es in der Theatergruppe Salzgitter-Bad wieder Jubiläen zu feiern. Diese Mitglieder halten dem Verein seit vielen Jahren die Treue.

    10 Jahre: Jan Brüninghaus

    20 Jahre: Beate Andreseck, Henning Andreseck

    25 Jahre: Anne-Elisabeth Roßa

    30 Jahre: Michael Moroschan

  • Was geschah vor 40 Jahren: 1986

    Was geschah vor 40 Jahren: 1986

    Mit der Broschüre 2019/20 haben wir begonnen, einen Blick auf die Entwicklung der Theatergruppe Salzgitter-Bad e. V. zu werfen. Anlass war das 40-jährige Bestehen der Theatergruppe, die am 7. November 1977 gegründet wurde. Somit blicken wir nun auf das Jahr 1986.

    Theaterjugend und Schülertheater

    Bereits im Januar startete die Theaterjugend mit ihrem Stück „Fünf Jugendliche brauchen eine Zukunft“ in das neue Jahr. Professor Schinkengriller glaubt an ein Leben nach dem Tode und erfindet ein Mittel, das einen Menschen ins Jenseits treten lassen soll — mit Rückfahrkarte natürlich. Durch einen Trick flößt er es seinem dämlichen Assistenten Karl-Heinz ein, der prompt vom Sensenmann geholt und geradewegs in die Hölle befördert wird. Beim zweiten Versuch ist Schinkengrillers Putzmann Alfred das Opfer, und es bricht ein Chaos aus, als nebst Alfreds cholerischer Frau und dem deutschen Geheimdienst auch Himmel und Hölle von der Sache Wind bekommen. Die „Salzgitter-Zeitung“ zog das Fazit: „Die Absichten des Stückes sind beachtlich, seine Mittel anspruchsvoll. Die Aufführung wurde diesen Ansprüchen durchaus gerecht, insofern es ihr an Schwung und Intensität des Spiels, aber auch an technischer Präzision nicht im Mindesten fehlte.“ Daneben wurde mehrfach „Nora“ von Henrik Ibsen gespielt, das 1985 Premiere hatte — unter anderem im Lessingtheater Wolfenbüttel. Im Februar veranstaltete die Theaterjugend wieder eine Faschingsfete.

    Der Fachverband für Theatererziehung lud zu einem regionalen Schülertreffen in die Aula des Gymnasiums Fredenberg ein. Den Beginn machte die Märchen-AG der Theatergruppe des Gymnasiums Salzgitter-Bad mit dem „König Drosselbart“; die Aula war seit langem nicht mehr so überfüllt, und die Freude der ganz jungen Zuschauer war besonders groß, als auf der Bühne die Teller auch wirklich zerschlagen wurden. Beim Schülertheatertreffen des Kulturamtes in der Aula der Emil-Langen-Realschule in Lebenstedt war die Theatergruppe des Gymnasiums mit „Schule mit Clowns“ vertreten, bei dem die Zuschauer in das Stück einbezogen wurden.

    In der Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad brillierte die Theaterjugend mit der Premiere von „Das Mörderspiel“, geschrieben vom sehr aktiven vereinseigenen Autorenduo Sören Pahl und Jens Würfel. Zwei Autoren streiten darüber, wessen Fassung ihres gemeinsamen Stücks die bessere ist, und wollen einzelne Szenen einfach ausprobieren — doch die Szenen, die auf einmal ablaufen, sind keineswegs nur gestellt. Die Theaterjugend wies ausdrücklich darauf hin, dass der Thriller für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren nicht zu empfehlen sei. Die Zeitung titelte: „Stehende Ovationen für gelungene Premiere“. Es blieb bei dieser einen Aufführung, da mehrere Schauspieler die Schule beendeten.

    Mit „Schule mit Clowns“ nach Imatra

    Im Mai hatte „Schule mit Clowns“ in der Aula Premiere: Ruhe, Ordnung, Disziplin heißen die Grundsätze des autoritären Lehrers Dr. Sinn, seine Schüler — die Clowns — sehen das allerdings anders. Das Stück endete in einem Triumph der echten Fröhlichkeit, und die Zuschauer dankten Hans-Günter Gerhold und seinen jugendlichen Schauspielern mit anhaltenden Ovationen. Fünfmal wurde es 1986 aufgeführt, unter anderem beim Altstadtfest, an dessen traditionellem Umzug die Theatergruppe ebenfalls teilnahm.

    Vom 30. Juli bis zum 12. August 1986 reiste die Theatergruppe erneut in die Salzgitteraner Partnerstadt Imatra in Finnland und belebte damit die 1982 geknüpfte Verbindung zur Theatergruppe „ii teatteri“ wieder. 25 Jugendliche und 12 erwachsene Mitglieder nahmen an der Fahrt teil. Dort führte die Theatergruppe zum ersten Mal das von Gernot Bischoff geschriebene Stück „Wir sind alle Freaks“ auf; „Schule mit Clowns“ wurde auf Wunsch der finnischen Gastgeber sogar zweimal gespielt. Im Bericht der „Salzgitter-Zeitung“ hieß es: „Die Tränen bei Deutschen und Finnen flossen reichlich, ein Zeichen dafür, wie nahe sich Menschen aus zwei Völkern gekommen waren, wie erfolgreich Städtefreundschaften sein können, auf kulturellem Gebiet.“

    Am 22. September wurde „Wir sind alle Freaks“, das die Lebensgewohnheiten in der DDR mit denen der Bundesrepublik vergleicht, in der Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad präsentiert — ein sehr schweres Stück, was in der Kritik der Zeitung deutlich zum Ausdruck kam. Als Wintermärchen folgte „Der Froschkönig“, über den die „Salzgitter-Zeitung“ schrieb: „Herzen im Fluge gewonnen.“ Durch kleinere Patzer ließen sich die Jungen und Mädchen auf der Bühne nicht entmutigen, sondern überspielten sie derart verschmitzt, dass sie die Herzen des Publikums gewannen. Es war wieder ein sehr aktives Jahr, obwohl kein neues Stück der Erwachsenenbühne aufgeführt wurde: Seminare, Freizeiten und Probenwochenenden nahmen viel Zeit in Anspruch.

    Hans-Jürgen Andreseck

  • Jubilare 2025: Ehrungen für langjährige Mitglieder

    Im Jahr 2025 feiern die folgenden Mitglieder ein Jubiläum in der Theatergruppe Salzgitter-Bad e. V.

    10 Jahre im Verein: Hannah Johns, Bernward Ritter, Björn Ruhrmann, Henrike Straten

    25 Jahre im Verein: Matthias Roßa, Felix Funke

    40 Jahre im Verein: HaGü Gerhold

    45 Jahre im Verein: Horst Niemann

  • Was geschah vor 40 Jahren: 1985

    Was geschah vor 40 Jahren: 1985

    Mit der Broschüre 2019/20 haben wir begonnen, einen Blick auf die Entwicklung der Theatergruppe Salzgitter-Bad e. V. zu werfen. Anlass war das 40-jährige Bestehen der Theatergruppe, die am 7. November 1977 gegründet wurde. Somit blicken wir nun auf das Jahr 1985.

    Grenzstation Jenseits — Fahrkartenkontrolle

    Bereits im März präsentierte die Theaterjugend ihr neues Stück „Grenzstation Jenseits — Fahrkartenkontrolle“, das wieder Sören Pahl und Jens Würfel geschrieben hatten. Die beiden waren unermüdlich und schrieben ein Stück nach dem anderen. Außerdem führten sie noch Regie und übernahmen Hauptrollen, nicht nur in ihren eigenen Stücken. Fast hätte ich es vergessen: Zum Gymnasium gingen sie auch noch. Wie sie das geschafft haben, bleibt ein Rätsel.

    Die Handlung: Ein Leben nach dem Tode? Auf alle Fälle glaubt Professor Schinkengriller daran, und er erfindet schließlich ein Mittel, das einen Menschen ins Jenseits treten lassen soll — mit Rückfahrkarte natürlich. Durch einen Trick flößt er es seinem dämlichen Assistenten Karl-Heinz ein, der auch prompt vom Sensenmann geholt wird, jedoch nicht wie erwartet zur ersehnten Himmelspforte, sondern geradewegs in die Hölle befördert wird. Bei einem zweiten Versuch — diesmal ist Schinkengrillers Putzmann Alfred das Opfer — scheint es zu klappen; aber es scheint nur so. Es bricht ein Chaos aus, als nebst Alfreds cholerischer Frau und dem deutschen Geheimdienst auch Himmel und Hölle von der Sache Wind bekommen.

    Nebenbei wurden noch mehrmals die Stücke „Die neuen Leiden des jungen W.“ und „Der keusche Lebemann“ aufgeführt, die bereits 1984 ihre Premiere hatten. Auch in diesen Stücken wirkten Schüler mit, die in „Grenzstation Jenseits“ mitgespielt hatten.

    Stokkerlok, NDR 2 und die Klesmer

    Die Märchenbühne spielte im Mai und Juni wieder „Stokkerlok und Millipilli“, das auch im Rahmen der 16. Braunschweiger Schultheaterwoche im Kleinen Haus des Staatstheaters erfolgreich präsentiert wurde. Das Stück machte allen Mitwirkenden so viel Spaß, dass es danach ein Stück für die Reihe der jährlichen Weihnachtsmärchen wurde.

    Im September war die Theatergruppe Salzgitter-Bad beim NDR 2 zu Gast. In der Sendung „Plattenkiste — Hörer machen ein Musikprogramm“ mit Wilhelm Wieben stellten Gernot Bischoff, Angelika Strauß-Bollmann und Jens Würfel den Verein vor. In den Gesprächspausen liefen Schlager und Lieder, die sich die Mitglieder ausgesucht hatten. Leider ging die Zeit zu schnell vorbei, und so blieb vieles Erwähnenswerte ungesagt — ein aufregendes Erlebnis war es für alle trotzdem.

    Beim Altstadtfest nahm die Theatergruppe zum ersten Mal am Umzug teil. Außerdem wurde an zwei Tagen das Kabarett-Programm „Die Klesmer“ präsentiert. Damit nicht genug: Am 7. September lief das Programm in Lübeck anlässlich der Sonderzugfahrt „Ein Stadtteil auf Reisen“ und noch einmal in Braunschweig auf dem Kohlmarkt im Rahmen der Kleinkunstwoche.

    König Drosselbart und Nora

    Als Weihnachtsmärchen wurde „König Drosselbart“ präsentiert, das wieder Gernot Bischoff für die Bühne bearbeitet hatte. Die Aufführung begeisterte die Kinder derart, dass zwei Schulklassen sogar Dankschreiben an die Theatergruppe schickten — unter anderem mit der Bitte, das Stück doch noch einmal in Fredenberg zu spielen. Dieser Bitte wurde im März 1986 entsprochen.

    Die Erwachsenenbühne brachte im Dezember „Nora“ von Henrik Ibsen in der Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad zur Aufführung. Das 1879 erschienene Werk heißt im norwegischen Original „Et dukkehjem“, wörtlich: Ein Puppenheim. Der Titel beschreibt die Starre und Eingeschlossenheit, aus der die Protagonistin Nora am Ende ausbricht. Sowohl ihr Vater als auch ihr Mann behandeln sie, den zeitgenössischen gesellschaftlichen Konventionen entsprechend, als einen Besitz, der ihnen zwar kostbar ist, dem sie aber kein Eigenleben zubilligen.

    Zu diesen Aktivitäten kamen natürlich noch Seminare, Freizeiten und Probenwochenenden. Die Theaterleidenschaft der Akteure blieb ungebrochen. (Hans-Jürgen Andreseck)

  • Rückblick: Boßeln 2024

    Rückblick: Boßeln 2024

    Am 16. November 2024 traf sich die Theatergruppe Salzgitter-Bad zu einem ganz besonderen Nachmittag abseits der Bühne: Boßeln stand auf dem Programm. In zwei bunt gemischten Mannschaften mit jeweils acht Spielerinnen und Spielern ging es mit Kugeln, Kinderkarre und guter Laune durch die herbstliche Landschaft rund um Salzgitter-Bad.

    Nach insgesamt 151 Würfen stand das Ergebnis fest — und es war eindeutig: Mit einem klaren 82:69 setzte sich ein gut gelauntes Team durch. Welches, ist egal, denn Sieger waren an diesem Tag eigentlich alle. Der Spaß und das Miteinander standen deutlich im Vordergrund.

    Zum Abschluss kehrten alle gemeinsam in Pedro’s Pizzeria ein, wo der Tag bei Pizza, Pasta und netten Gesprächen einen gemütlichen Ausklang fand. Fazit: eine rundum gelungene Aktion mit viel Bewegung, guter Stimmung und echtem Teamgeist. Wiederholungsbedarf? Auf jeden Fall.

  • Was geschah vor 40 Jahren: 1984

    Was geschah vor 40 Jahren: 1984

    Mit der Broschüre 2019/20 begann der Rückblick auf die Entwicklung der Theatergruppe Salzgitter-Bad e. V., die am 7. November 1977 gegründet wurde. Diesmal geht der Blick zurück in das Jahr 1984.

    „Heile heile Segen“ — Theater gegen die Angst vor dem Krankenhaus

    Los ging es im Januar mit einem Stück von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche. „Heile heile Segen“ sollte dafür sorgen, dass Ängste und vor allem Vorurteile gegenüber dem Krankenhaus abgebaut werden. Das Stück stammt aus der Werkstatt des Berliner Grips-Theaters, von dem die Theatergruppe schon einige Stücke gespielt hatte. Drei aus dem Krankenhaus entliehene Betten bildeten die Kulisse, und drei Kinder verbrachten dort ihre Zeit: Susi (Ulrike Mendrock), die wegen einer Mandeloperation ins Krankenhaus muss, ihre Zimmerkameradin Katrin (Uta Achilles), die ihre Blinddarmoperation schon hinter sich hat und Susis Angst mit abgeklärter Gelassenheit betrachtet, und der „Schocker“ (Stefan Pahl) als immer gut aufgelegter junger Patient. Das Stück wurde ein riesiger Erfolg und das ganze Jahr hindurch vor Schulen in und um Salzgitter aufgeführt — das Problem waren die vielen Einladungen, denn es war schwierig, immer alle Mitspieler zusammenzubekommen.

    „Die Leiden des jungen W.“

    Im Februar folgte der nächste Knaller: Ulrich Plenzdorfs „Die Leiden des jungen W.“ wurde ein Riesenerfolg. Edgar Wibeau führt darin das Leben eines Aussteigers, bis er durch Zufall das Reclam-Heftchen „Die Leiden des jungen Werthers“ in die Hand bekommt; er lernt eine Kinderschwester kennen, die für ihn zur Charlotte wird, schließlich aber ihren Freund heiratet. Sören Pahl hat als Edgar Wibeau vielleicht seine beste Rolle gespielt und wurde von der Presse ebenso gelobt wie das ganze Ensemble, die exzellente Technik, das Bühnenbild und die behutsame Regie von Gernot Bischoff. Die Wolfenbütteler Zeitung schrieb über die Aufführung im Lessingtheater: „Respekt (und mehr) für diese junge Bühne ist angebracht.“ Ebenfalls noch im Februar wurde dort das Stück der Jugendbühne „Vampire sind auch nur Menschen“ gezeigt, das seine Premiere bereits im September 1983 in Salzgitter-Bad gehabt hatte.

    Kabarett, Schultheaterwoche und Gäste aus Imatra

    Auch das Kabarett darf nicht vergessen werden: Sören Pahl und Jens Würfel schrieben den Text für Auftritte beim Altstadtfest in Salzgitter-Bad, anlässlich der Kleinkunstwoche auf dem Braunschweiger Kohlmarkt und sogar für eine Aufführung im Rathaus in Lebenstedt. Im Rahmen der Schultheaterwoche in Braunschweig brachte die Theatergruppe am 25. Juni gleich zwei Aufführungen auf die Bühne: zuerst das Märchen „Der gestiefelte Kater“ — zugleich das 300. Stück, das im Rahmen der Schultheaterwoche präsentiert wurde — und anschließend „Heile heile Segen“. Die Theaterjugend zeigte im Kleinen Haus des Staatstheaters ihr Erfolgsstück „Vampire sind auch nur Menschen“. Vom 26. Juni bis 4. Juli kam dann die Theatergruppe aus Imatra in Finnland zu Besuch und wurde unter anderem von der Theatergruppe Salzgitter-Bad betreut.

    Herbst und Winter: „Der keusche Lebemann“ und „Stokkerlok und Millipilli“

    Am 19. Oktober gab es endlich wieder eine Premiere: „Der keusche Lebemann“, angesiedelt um 1925 in einer Kleinstadt. Der wohlhabende Fabrikant Julius Seybold möchte, dass seine 19-jährige Tochter Gerty seinen Kompagnon Stieglitz heiratet — doch Gerty findet nach einem Jahr in Berlin nur noch erfahrene Lebemänner interessant. Also dichtet Seybold dem langweiligen Stieglitz eine absurde Liebesbeziehung mit einer Filmdiva an, und eine irrwitzige Geschichte nimmt ihren Lauf. Die Wolfenbütteler Zeitung urteilte: „Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl, dass auf der Bühne Amateure standen, der Schwank war eine runde Sache.“ Am 9. Dezember hatte schließlich „Stokkerlok und Millipilli“ Premiere, das bis heute zum festen Repertoire der Märchenbühne gehört.

    Es ist schon erstaunlich, wie viele Stücke und vor allem wie viele Aufführungen die Theatergruppe in diesem einen Jahr absolviert hat — Seminare, Freizeiten und Probenwochenenden noch gar nicht mitgerechnet. Man kann nur den Hut ziehen vor so viel Begeisterung für das Theater. (Hans-Jürgen Andreseck)

  • Was geschah vor 40 Jahren: 1980 bis 1983

    Was geschah vor 40 Jahren: 1980 bis 1983

    Weil zwei Jahrgangshefte coronabedingt ausfallen mussten, hier der Versuch, vier Jahre der Vereinsgeschichte auf einmal zu präsentieren.

    1980 und 1981

    1980 ging es los mit Georg Büchners „Leonce und Lena“ — nur oberflächlich betrachtet ein Lustspiel, zugleich ein genialer Vorgriff auf das sozialkritische, psychologische und expressionistische Theater des 20. Jahrhunderts. Die Presse bewunderte, dass Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II die Hauptlast der Verantwortung trugen: „Der Abend hatte es wohltuend in sich.“ Im Oktober folgte „Quer durch den Garten“, der zweite Teil einer Trilogie von Alan Ayckbourn, dessen erster Teil „Tischmanieren“ schon 1979 gezeigt worden war; die Presse titelte „Erwartungen voll erfüllt“. Die Orientierungsstufe der Wiesenschule, damals fester Bestandteil der Theatergruppe, führte unter der Regie von Gernot Bischoff „Kätzchen zur Pflege“ auf. Und schon damals gab es Probleme, die man heute noch kennt: Die Märchenbühne konnte den „Froschkönig“ nicht aufführen, weil die Decke in der Aula des Gymnasiums herunterzustürzen drohte — erst im Februar 1981 konnte das Märchen präsentiert werden.

    1981 begann mit einem Filmnachmittag, bei dem unter anderem ein Film über den Schulbrand des Vorjahres gezeigt wurde, und mit Karneval. Bei der Schultheaterwoche in der Raabeschule in Braunschweig stellte sich die Theatergruppe mit drei selbst geschriebenen Stücken aus der Orientierungsstufe der Wiesenschule vor: „Kätzchen zur Pflege“, „Wer warf den ersten Stein“ und „Das Zwillingsspiel“. Im Herbst präsentierte die Erwachsenenbühne ihren ersten Krimi: Agatha Christies Stück, das heute „Und dann gab’s keines mehr …“ heißt. Die Zeitung schrieb von einem Beifall, „der fast schon an Ovationen grenzte“; insgesamt sechs Mal wurde es in Salzgitter-Bad, im Lessingtheater Wolfenbüttel und im großen Saal des Gästehauses gespielt. Den Abschluss bildete die Märchenbühne mit „Rumpelstilzchen“.

    1982: ein hyperaktives Jahr

    Die Theatergruppe präsentierte das von Gernot Bischoff und anderen geschriebene Stück „Schwarzrotgold“: Knapp 40 Jahre deutsche Nachkriegsgeschichte prasseln darin nahezu ohne Worte, dafür mit Geräuschen und Gesten, in 60 Minuten auf die Zuschauer nieder — Defiliermarsch, das Heulen der Sirenen, flackerndes Licht, Angstschreie. Bei der 13. Schultheaterwoche in Braunschweig war die Gruppe gleich mit zwei Stücken vertreten, neben „Schwarzrotgold“ auch mit „Flitzi – oder Mädchen können das auch“ über eine geschiedene Mutter, deren Freund von den Kindern zunächst nicht akzeptiert wird. Erstmals war die Theatergruppe beim Altstadtfest vertreten und brachte „Kätzchen zur Pflege“ zweimal zur Aufführung. Vom 1. bis 11. August fuhr das Team von „Schwarzrotgold“ in die finnische Partnerstadt Imatra, wo neben diesem Stück auch das kurzfristig einstudierte „Lasst es euch gesagt sein“ frei nach Peter Handke gezeigt wurde. Ende August folgte eine besondere Ehre: die Einladung zum Niedersachsentag in Aurich. Im September erblickte die neu geschaffene Theaterjugend das Licht der Welt — Jens Würfel schrieb nach Motiven von „Die drei Fragezeichen“ das Stück „Schloss des blauen Phantoms“. Das Jahr endete wie gewohnt mit einem Märchen, diesmal „Dornröschen“.

    1983: Kabarett, Imatra und die „Butze“

    1983 startete schon im Januar mit der Premiere von „Halb auf dem Baum“. Peter Ustinovs Komödie war ein voller Erfolg — die Presse lobte die Ausstattung des Bühnenraumes von Bernhard Axmann und Gernot Bischoffs Regie und schrieb von „Beifall, wie man ihn selten zu hören bekommt“; vier Aufführungen gab es, darunter wieder im Lessingtheater Wolfenbüttel. Im März folgte die Theaterjugend mit „10 Margeriten und eine Rosenhecke“ von Sören Pahl und Jens Würfel, das so erfolgreich war, dass es noch einmal in Salzgitter-Bad und im Lessingtheater gezeigt wurde und Salzgitter bei der Schultheaterwoche im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig vertrat. Dort präsentierte auch die Klasse 8 f 1 „Das Bettelweib von Locarno“ frei nach Heinrich von Kleist. In diesem Jahr versuchte man sich zum ersten Mal am Kabarett: Das Programm „Der Vorsalzesel“ war eigentlich nur für das Altstadtfest konzipiert, wurde nach dem großen Erfolg aber noch einmal in der Aula des Gymnasiums gezeigt und von der Stadt Salzgitter im Rahmen der Aktion „Theater überall“ gebucht — obwohl mit Kritik an der Stadtverwaltung nicht gespart wurde.

    Im Juni fand der Gegenbesuch der Theatergruppe „ii Teatteri“ aus Imatra statt, mit zwei bunten Abenden, einer Busfahrt in den Harz und dem Stück „Leo und Liina“ in finnischer Sprache. Im September war schon wieder die Theaterjugend am Start, mit „Vampire waren auch nur Menschen“ von Sören Pahl und Jens Würfel. Mit dem Märchen „Der gestiefelte Kater“ ging das Theaterjahr zu Ende. Wesentlich war 1983 aber noch etwas anderes: Durch die vielen Gruppen innerhalb der Theatergruppe machten sich die fehlenden Probenräume bemerkbar. Im Südwall in Salzgitter-Bad wurde eine Ausweichmöglichkeit gefunden, und viele fleißige Hände — auch von Nichtmitgliedern — sorgten dafür, dass Silvester 1983 das neue Vereinsheim eingeweiht werden konnte: die „Butze“, bis 2012 Heimstätte der Theatergruppe. Am 31. Dezember 1983 zählte der Verein 111 Mitglieder, eine stolze Zahl, die vor allem auf den Eintritt von Jugendlichen zurückzuführen war.

  • Rückblick: Boßeln und Sommerfest

    Rückblick: Boßeln und Sommerfest

    Vor der Corona-Pandemie wurde im Juli 2019 wieder wie im Vorjahr das Boßeln mit dem Sommerfest verbunden. Dreizehn Mitspieler machten sich bei herrlichem Wetter auf den Weg — Felix im Kinderwagen inklusive.

    Inzwischen ist der Treffpunkt auf dem Parkplatz gegenüber vom Union-Sportplatz genauso Tradition wie der weitere Verlauf: über den Rentnerweg Richtung Liebenburg, dann quer durch den Wald zum Gasthaus am Hasenspring und von dort über den Hasenspringweg zurück zum Unionparkplatz. Es wurden zwei Gruppen ausgelost und pedantisch die einzelnen Punkte für die Mannschaften notiert; während kleiner Pausen gab es Stärkungen in flüssiger und fester Form. Das anschließende Sommerfest fand im Probenraum statt, da es sich erheblich abgekühlt hatte. Die „harten“ Männer durften auf dem SMAG-Gelände den Grill mit Fleisch und Wurst bestücken, und in den Abendstunden klang der schöne Tag gemütlich aus.

    In den Jahren 2020 und 2021 konnte das Boßeln aus bekannten Gründen leider nicht stattfinden. Am 26. März 2022 ging es dann wieder los, diesmal allerdings ohne Sommerfest: Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen in zwei Gruppen die Boßelkugeln in die Hand und absolvierten den bekannten Rundkurs.

    Am 18. Februar 2023 wurde die traditionelle Boßeltour erneut durchgeführt — diesmal mit Gästen von der „kleinen bühne“ aus Wolfenbüttel und dem jüngsten Mitglied Justus. Und es gab ein Novum: Beide Gruppen hatten am Ende die gleiche Punktzahl. So konnte man einträchtig zum Abschluss in die Gaststätte „Greko“ gehen und die Boßeltour bei gutem Essen und Trinken noch einmal Revue passieren lassen.

  • Nachruf: Gernot Bischoff

    Nachruf: Gernot Bischoff

    Der „Pionier“ der Theaterszene in Salzgitter, Regisseur und Autor Gernot Bischoff, ist am 7. Oktober 2020 nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren verstorben.

    Besondere Verdienste hat sich Gernot Bischoff um das Schultheater am Gymnasium Salzgitter-Bad erworben. Er gründete vor über 45 Jahren die Theatergruppe Salzgitter-Bad, führte durch die von ihm geleitete Märchenbühne über 1.000 Jugendliche und Kinder in die Welt des Theaterspielens ein und nahm mit ihnen erfolgreich an den Schultheaterwochen teil. Auch öffnete er die Theatergruppe für Erwachsene und legte den Grundstein für die noch heute erfolgreiche Arbeit des Vereins. Bei 78 Inszenierungen im Schultheater- und Erwachsenenbereich hat er Regie geführt, war in über 30 Rollen selbst als Schauspieler zu sehen und hat mehr als 20 Theaterstücke für Kinder und Erwachsene verfasst. 27 Jahre führte er die Theatergruppe als Vorsitzender und entwickelte sie zu einer anerkannten Institution in Salzgitter, bevor er den Vorsitz an HaGü Gerhold übergab. Viele Schauspielerinnen und Schauspieler aus dem Gymnasium sind heute als Profis auf den Bühnen Deutschlands und Europas zu Hause, etwa Kathrin Wichmann, Sylvia Zimnik, Claudia Bosse, Maximilian Mann oder Fabian Bothe.

    Besonders am Herzen lag ihm der kulturelle Austausch mit Salzgitters Partnerstädten Imatra (Finnland), Stary Oskol (Russland) und Gotha, die er mehrmals mit den Jugendlichen der Theatergruppe im Rahmen von Gastspielen besuchte. Auch als Schriftsteller war Gernot Bischoff sehr aktiv und hat neben den Bühnenstücken eigene literarische Werke veröffentlicht. Seit 1990 leitete er zudem die Arbeitsgruppe Literatur der Braunschweigischen Landschaft und bewegte mehr als 50 Literaten der Region zur Mitarbeit, die in dieser Zeit zahlreiche Werke veröffentlichten.

    Für sein großes Engagement und langes Wirken wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens geehrt und erhielt darüber hinaus die goldene Ehrennadel des Deutschen Amateurtheaterverbandes. Mit Gernot Bischoff hat die Theatergruppe einen herausragenden, engagierten Theateraktivisten verloren, der die Kulturszene Salzgitters entscheidend und nachhaltig geprägt hat.

  • Jubilare 2017: Ehrungen für langjährige Mitglieder

    Jubilare 2017: Ehrungen für langjährige Mitglieder

    Am 7. November 1977 wurde die Theatergruppe Salzgitter-Bad gegründet – 2017 feierte der Verein damit sein 40-jähriges Bestehen. Passend dazu standen in dieser Spielzeit Jubilarinnen und Jubilare aller Stufen zur Ehrung an, einige von ihnen seit der Gründungszeit dabei.

    Auf 10 Jahre Mitgliedschaft blickten Bendix Funke, Helene Noemi Roßa und Eric Tiefnig zurück. Seit 20 Jahren gehörte Sarah Funke dem Verein an, seit 30 Jahren Dorethea Gerhold und Renate Treisch. Auf 40 Jahre – und damit auf die gesamte Vereinsgeschichte – kamen Gernot Bischoff, Eleonore Isanowsky und Monika Süßmuth.

    Ihnen allen dankte die Theatergruppe herzlich für ihre Treue.