Was geschah vor 40 Jahren: 1980 bis 1983

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Weil zwei Jahrgangshefte coronabedingt ausfallen mussten, hier der Versuch, vier Jahre der Vereinsgeschichte auf einmal zu präsentieren.

1980 und 1981

1980 ging es los mit Georg Büchners „Leonce und Lena“ — nur oberflächlich betrachtet ein Lustspiel, zugleich ein genialer Vorgriff auf das sozialkritische, psychologische und expressionistische Theater des 20. Jahrhunderts. Die Presse bewunderte, dass Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II die Hauptlast der Verantwortung trugen: „Der Abend hatte es wohltuend in sich.“ Im Oktober folgte „Quer durch den Garten“, der zweite Teil einer Trilogie von Alan Ayckbourn, dessen erster Teil „Tischmanieren“ schon 1979 gezeigt worden war; die Presse titelte „Erwartungen voll erfüllt“. Die Orientierungsstufe der Wiesenschule, damals fester Bestandteil der Theatergruppe, führte unter der Regie von Gernot Bischoff „Kätzchen zur Pflege“ auf. Und schon damals gab es Probleme, die man heute noch kennt: Die Märchenbühne konnte den „Froschkönig“ nicht aufführen, weil die Decke in der Aula des Gymnasiums herunterzustürzen drohte — erst im Februar 1981 konnte das Märchen präsentiert werden.

1981 begann mit einem Filmnachmittag, bei dem unter anderem ein Film über den Schulbrand des Vorjahres gezeigt wurde, und mit Karneval. Bei der Schultheaterwoche in der Raabeschule in Braunschweig stellte sich die Theatergruppe mit drei selbst geschriebenen Stücken aus der Orientierungsstufe der Wiesenschule vor: „Kätzchen zur Pflege“, „Wer warf den ersten Stein“ und „Das Zwillingsspiel“. Im Herbst präsentierte die Erwachsenenbühne ihren ersten Krimi: Agatha Christies Stück, das heute „Und dann gab’s keines mehr …“ heißt. Die Zeitung schrieb von einem Beifall, „der fast schon an Ovationen grenzte“; insgesamt sechs Mal wurde es in Salzgitter-Bad, im Lessingtheater Wolfenbüttel und im großen Saal des Gästehauses gespielt. Den Abschluss bildete die Märchenbühne mit „Rumpelstilzchen“.

1982: ein hyperaktives Jahr

Die Theatergruppe präsentierte das von Gernot Bischoff und anderen geschriebene Stück „Schwarzrotgold“: Knapp 40 Jahre deutsche Nachkriegsgeschichte prasseln darin nahezu ohne Worte, dafür mit Geräuschen und Gesten, in 60 Minuten auf die Zuschauer nieder — Defiliermarsch, das Heulen der Sirenen, flackerndes Licht, Angstschreie. Bei der 13. Schultheaterwoche in Braunschweig war die Gruppe gleich mit zwei Stücken vertreten, neben „Schwarzrotgold“ auch mit „Flitzi – oder Mädchen können das auch“ über eine geschiedene Mutter, deren Freund von den Kindern zunächst nicht akzeptiert wird. Erstmals war die Theatergruppe beim Altstadtfest vertreten und brachte „Kätzchen zur Pflege“ zweimal zur Aufführung. Vom 1. bis 11. August fuhr das Team von „Schwarzrotgold“ in die finnische Partnerstadt Imatra, wo neben diesem Stück auch das kurzfristig einstudierte „Lasst es euch gesagt sein“ frei nach Peter Handke gezeigt wurde. Ende August folgte eine besondere Ehre: die Einladung zum Niedersachsentag in Aurich. Im September erblickte die neu geschaffene Theaterjugend das Licht der Welt — Jens Würfel schrieb nach Motiven von „Die drei Fragezeichen“ das Stück „Schloss des blauen Phantoms“. Das Jahr endete wie gewohnt mit einem Märchen, diesmal „Dornröschen“.

1983: Kabarett, Imatra und die „Butze“

1983 startete schon im Januar mit der Premiere von „Halb auf dem Baum“. Peter Ustinovs Komödie war ein voller Erfolg — die Presse lobte die Ausstattung des Bühnenraumes von Bernhard Axmann und Gernot Bischoffs Regie und schrieb von „Beifall, wie man ihn selten zu hören bekommt“; vier Aufführungen gab es, darunter wieder im Lessingtheater Wolfenbüttel. Im März folgte die Theaterjugend mit „10 Margeriten und eine Rosenhecke“ von Sören Pahl und Jens Würfel, das so erfolgreich war, dass es noch einmal in Salzgitter-Bad und im Lessingtheater gezeigt wurde und Salzgitter bei der Schultheaterwoche im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig vertrat. Dort präsentierte auch die Klasse 8 f 1 „Das Bettelweib von Locarno“ frei nach Heinrich von Kleist. In diesem Jahr versuchte man sich zum ersten Mal am Kabarett: Das Programm „Der Vorsalzesel“ war eigentlich nur für das Altstadtfest konzipiert, wurde nach dem großen Erfolg aber noch einmal in der Aula des Gymnasiums gezeigt und von der Stadt Salzgitter im Rahmen der Aktion „Theater überall“ gebucht — obwohl mit Kritik an der Stadtverwaltung nicht gespart wurde.

Im Juni fand der Gegenbesuch der Theatergruppe „ii Teatteri“ aus Imatra statt, mit zwei bunten Abenden, einer Busfahrt in den Harz und dem Stück „Leo und Liina“ in finnischer Sprache. Im September war schon wieder die Theaterjugend am Start, mit „Vampire waren auch nur Menschen“ von Sören Pahl und Jens Würfel. Mit dem Märchen „Der gestiefelte Kater“ ging das Theaterjahr zu Ende. Wesentlich war 1983 aber noch etwas anderes: Durch die vielen Gruppen innerhalb der Theatergruppe machten sich die fehlenden Probenräume bemerkbar. Im Südwall in Salzgitter-Bad wurde eine Ausweichmöglichkeit gefunden, und viele fleißige Hände — auch von Nichtmitgliedern — sorgten dafür, dass Silvester 1983 das neue Vereinsheim eingeweiht werden konnte: die „Butze“, bis 2012 Heimstätte der Theatergruppe. Am 31. Dezember 1983 zählte der Verein 111 Mitglieder, eine stolze Zahl, die vor allem auf den Eintritt von Jugendlichen zurückzuführen war.

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