Nathan, der reiche Jude, der Underdog: von seiner Haushälterin wegen seines Geheimnisses erpresst, vom christlichen Tempelritter wegen seiner Religionszugehörigkeit verachtet, vom muslimischen Sultan um seinen Reichtum beneidet. Nathan wehrt sich vor allem mit Worten und ringt darum, in seinen Mitmenschen die Menschlichkeit zu wecken. Es scheint ihm zu gelingen – da wird sein Geheimnis verraten, und nun steht nicht nur sein Leben auf dem Spiel: Alle wollen ihm seine Tochter Recha entreißen, sein Ein und Alles.
Niklas Ott spielte den Nathan, Seleme Yilmaz seine Tochter Recha. Lisa Bartram und Amelie Bachmann vertraten als Sultan Saladin und dessen Schwester Sittah die Upperclass; das bornierte Christentum verkörperten Nele Schlechtweg als Tempelherr, Sina Nitschke als Haushälterin Daja und Jan Brüninghaus als Patriarch. Nur der christliche Klosterbruder – Kim Springer – und der muslimische Derwisch – John Fricke – hielten grundsätzlich zu Nathan; beide hatten allerdings auch keine anderen sozialen Verpflichtungen, die sie daran hinderten, mit dem Herzen zu denken.
Das Theaterstück von Gotthold Ephraim Lessing wurde in stark gekürzter Form aufgeführt. Weil den Spielenden sofort auffiel, wie aktuell die Thematik ist, montierten sie moderne Nachrichtentexte hinein. Die epischen Textpassagen lasen Jule Pfau und Paula Baer. Gespielt wurde Ende Januar 2018 an zwei Abenden in der Aula des Gymnasiums Salzgitter-Bad, die Spieldauer betrug rund 70 Minuten.

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