Nach intensiver „Fahndung“ gelang es den Akteuren der Krimibühne, eine hochkarätige Krimikomödie „dingfest“ zu machen. 14 Schauspielerinnen und Schauspieler wollten bei der anstehenden Produktion dabei sein — es war nicht einfach, ein Stück für so viele Aktive zu finden. Aber dann war es plötzlich da: ein Thriller nach Edgar Wallace, „Die seltsame Gräfin“. Die Bühnenfassung von Dirk Zellmer erwies sich als genau passend für das Ensemble.
Unter der Regie von Susanne Kowol und Sarah Funke wurde die verworrene Geschichte in Angriff genommen: Lady Eleonore Moron (Joulia Meckoni), die neue Sekretärin Margaret Reedle (Laura Kaiser), deren Freundin Lizzie Smith (Melina Meier), der schauspielverrückte Sohn der Gräfin Selwyn (Jan Brüninghaus), ihr undurchsichtiger Verlobter Chesney Praye (Bernward Ritter), der noch undurchsichtigere Hausmeister Norman Bates (Niklas Ott), die Hausangestellten Emily (Sarah Funke) und John (Hans-Jürgen Andreseck), die Ex-Zuchthäuslerin Mary Pinder (Beate Andreseck), die trunksüchtige Psychiaterin Dr. Tappatt (Hannah Johns), der Anwalt Max Shaddles (Markus Straten) mit seiner Tochter, der verkannten Künstlerin Veronica Shaddles (Charlotte Steiner/Henrike Straten), und die aufgeregte Cousine der Gräfin Lois Reddle (Marita Lux).
Geheimfächer, eine dunkle Gestalt und viel Technik
Die Intrige gegen Margaret und ihre Mutter Mary Pinder, zu der die Gräfin Tappatt und Praye angestiftet hatte, wurde von Shaddles und Norman — alias Privatdetektiv Michael Dorn — sowie von Lois entlarvt. Derweil entwickelte sich eine süße Romanze zwischen Lizzie und Selwyn, während Emily und John ihr eigenes Süppchen kochten; John verbrannte sich bei der illegalen Suche nach den Diamanten der Gräfin gehörig die Finger.
Dann „schwebte“ eine geheimnisvolle Stimme durch den Raum und bedrohte Margaret, eine dunkle Gestalt betäubte und verschleppte Lois, Mary und Norman wurden im Keller gefangen gehalten. Eine Tapetentür und ein starkstromgesichertes Geheimfach im Bücherschrank gaben dem Publikum Rätsel auf. Das Technik-Team mit Arne Specht, Maximilian Voß und Tizian Roth verlieh der Inszenierung mit gekonnten Ton- und Lichteffekten den typischen Edgar-Wallace-Charakter. Damit es nicht zu gruselig wurde, sorgten Veronica, John und Emily für den lustigen Part, während die zunächst hochherrschaftliche Gräfin nach und nach ihren bösartigen Charakter zu erkennen gab.
Nicht alle Beteiligten standen im Rampenlicht: Gianna Remes hatte als Souffleuse bei den Aufführungen zum Glück wenig zu tun, ihre großen Einsätze lagen in den Proben. An den Bühnenwänden, die dem Palais einen würdigen Rahmen gaben, arbeitete Bernward Ritter ausdauernd, und Hans-Jürgen Andreseck „vergnügte“ sich an der schier unendlichen Liste der Kleinigkeiten. Auch das liebevoll gestaltete, aufwendige Bühnenbild — die Bibliothek der Lady Moron — überzeugte.
Die Krimibühne zeigte den klassischen Thriller im Februar und März 2019. Alle sechs Aufführungen waren fast ausverkauft, auch der erstmalige „Ausflug“ in das DGH Schladen wurde sehr gut angenommen. Dem Publikum gefiel es, und die Akteure waren stolz und zufrieden.


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